24.12.2015

Effizient Schenken

So kurz vor Weihnachten sind viele im Gschenkli-Stress. Tatsächlich ist es nicht einfach, für jeden das Richtige zu finden. Und oft genug gibt es am Heiligen Abend lange Gesichter. Wenn Tante Marta schon wieder ein Parfüm auspackt, das sie garnicht mag. Oder der Grossvater gezwungen ist, sich über das siebte Paar gestrickte Socken herzlich zu freuen.

Ökonmisch gesehen, gibt es da eine einfache Lösung. Der Nutzen für die Beschenkten ist viel höher, wenn wir Bargeld schenken. Bei Geld gibt es keine Fehlkäufe. Alles passt, auch farblich. Nichts muss umgetauscht werden. Und falls die Mutter pädagogisch wertvoll schenken will, gibt es halt einen Gutschein, der sich nur für Bücher oder im Theater eintauschen lässt.

In der Familie und im Freundeskreis kann man sogar noch weiter gehen. Jeder schreibt auf, wieviel er wem schenken will und anschliessend werden die Guthaben saldiert. Wenn Papa seiner Tochter 100 Franken schenken will und diese ihm 20 Franken, muss Papa ihr unter dem Strich nur 80 Franken geben.

Das lässt sich auf die ganze Familie und Freunde ausweiten. Mit der neuesten Smartphone App lässt sich in Sekunden ausrechnen, wer am Schluss wem wieviel schuldet. Das ist effizient. Man spart die Rennerei, kann auf Berge von Geschenkverpackungen verzichten und alle sind glücklich.

Wirklich glücklich?

Wohl kaum, denn Effizienz ist ja nicht alles. Und schliesslich gibt es sie ja manchmal doch, die glänzenden Kinderaugen, wenn die Vorfreude wächst und dann das Erhoffte tatsächlich auf dem Gabentisch liegt. Dieses Erlebnis ist dann unbezahlbar.

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Dieser Text ist am 20. Dezember 2015 in meiner Kolumne im Sonntagsblick erschienen.

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